was ist Psychotherapie?
Psychotherapie bietet einen geschützten Rahmen, um gemeinsam genauer hinzuschauen: Was belastet gerade? Wie sind die Schwierigkeiten entstanden und wodurch werden sie vielleicht aufrechterhalten? Und vor allem: Was kann dabei helfen, etwas zu verändern?
In meiner Praxis arbeite ich mit Verhaltenstherapie. Dabei stehen nicht nur Schwierigkeiten und Symptome im Mittelpunkt, sondern auch vorhandene Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Veränderung. Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Verständnis der aktuellen Situation und erarbeiten konkrete Wege, die im Alltag weiterhelfen können.
für dich
Vielleicht überlegst du selbst, ob eine Psychotherapie dir helfen könnte. Vielleicht haben aber auch deine Eltern, dein:e Lehrer:in oder jemand anderes vorgeschlagen, dass du dir Unterstützung holst.
Du musst vor dem ersten Termin noch gar nicht genau wissen, was eigentlich los ist oder ob du wirklich eine Therapie machen möchtest. Genau dafür sind die ersten Gespräche da. Wir lernen uns kennen, schauen gemeinsam auf das, was dich gerade beschäftigt, und überlegen, welche Unterstützung für dich passen könnte.
Dabei geht es nicht darum, dass du einfach nur über Probleme reden musst. Je nachdem, was zu dir und deinem Anliegen passt, können wir ganz unterschiedlich arbeiten, zum Beispiel im Gespräch, mit Übungen, kreativen Methoden oder ganz konkreten Ideen für deinen Alltag.
vielleicht fragst du dich…
Bin ich psycho, wenn ich eine Psychotherapie mache?
Nein. Auf gar keinen Fall. Psychische Probleme können jeden treffen. Sich Unterstützung zu holen, wenn es einem nicht gut geht, ist nichts, wofür man sich schämen muss.
Bin ich die oder der Einzige, die oder der eine Psychotherapie braucht?
Definitiv nicht. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben Zeiten, in denen es ihnen psychisch nicht gut geht oder sie Unterstützung brauchen.
Muss ich in einer Psychotherapie alles erzählen?
Nein. Du entscheidest mit, worüber du sprechen möchtest und wann. Vertrauen darf sich entwickeln und manche Dinge brauchen Zeit.
Können Psychotherapeut:innen Gedanken lesen?
Zum Glück nicht! Das wäre ziemlich creepy. 😉 Ich kann nur mit dem arbeiten, was du mir zeigst und erzählst. Meine Aufgabe ist nicht, deine Gedanken zu erraten, sondern gemeinsam mit dir herauszufinden, was dich beschäftigt und was dir helfen könnte.
Erfahren meine Eltern, was ich erzähle?
Nein, Psychotherapeut:innen unterliegen der Schweigepflicht. Was genau das für dich und die Einbeziehung deiner Eltern oder anderer Bezugspersonen bedeutet, besprechen wir zu Beginn unserer Termine gemeinsam.
Liege ich auf einem Sofa und rede die ganze Zeit?
Nein 🙂 Psychotherapie kann sehr unterschiedlich aussehen. Wir sprechen natürlich miteinander, aber wir können genauso Dinge ausprobieren, Übungen durchführen, kreativ sein oder gemeinsam ganz konkrete Lösungen entwickeln.
Geht es dabei immer um meine Vergangenheit?
Deine bisherigen Erfahrungen können wichtig sein, um manche Dinge besser zu verstehen. In der Verhaltenstherapie schauen wir besonders darauf, was heute schwierig ist und was dir dabei helfen kann, etwas zu verändern.
für Eltern und Bezugspersonen
Nicht jede schwierige Phase im Kindes- und Jugendalter bedeutet, dass eine Psychotherapie notwendig ist. Entwicklung bringt Veränderungen, Konflikte und Krisen mit sich und vieles davon kann innerhalb der Familie und des sozialen Umfeldes gut bewältigt werden.
Manchmal halten Belastungen jedoch länger an, werden stärker oder beeinträchtigen ein Kind bzw. einen Jugendlichen zunehmend im Alltag. Vielleicht beobachten Sie Veränderungen, machen sich Sorgen oder sind sich schlicht nicht sicher, wie Sie das Verhalten Ihres Kindes einordnen sollen.
wann kann Psychotherapie sinnvoll sein?
Eine psychotherapeutische Abklärung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Schwierigkeiten über einen längeren Zeitraum bestehen, sich zunehmend verstärken oder zu deutlichen Belastungen im Alltag führen. Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen – etwa im emotionalen Erleben, im Verhalten, in der Familie, in der Schule, in sozialen Beziehungen oder im Selbstbild.
Entscheidend ist dabei nicht allein, welches Problem besteht. Kinder und Jugendliche entwickeln sich individuell und auch Belastungen müssen immer vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Lebenssituation betrachtet werden.
Ob tatsächlich eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt und welche Unterstützung sinnvoll ist, wird deshalb nicht vorab vorausgesetzt, sondern im Rahmen der ersten Termine und der Diagnostik gemeinsam geklärt.
Eltern und Bezugspersonen gehören dazu
Kinder und Jugendliche leben nicht losgelöst von ihrem Umfeld. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen häufig ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.
Wie diese Einbeziehung konkret aussieht, hängt unter anderem vom Alter, vom Anliegen und von der individuellen Situation ab. Gerade bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird gemeinsam besprochen, in welcher Form eine Beteiligung der Bezugspersonen sinnvoll und gewünscht ist.
